Über den Chor


Der Badische Chor Wintersdorf wurde im Jahr 1905 als Gesangverein »Edelweiß« gegründet. Erste Anfänge des Gesangslebens lagen aber bereits im 19. Jahrhundert. So befindet sich im Stadtarchiv Rastatt ein Schreiben des damaligen Bezirksamts aus dem Jahr 1889, wonach gegen die Statuten des Gesangvereins »Eintracht« Wintersdorf keine Einwände erhoben würden.

Aus der Festschrift zum 50jährigen Jubiläum ist zu entnehmen:

Aus der Geschichte des Vereins!

Mögen fünf Jahrzehnte in der Geschichte eines Vereines als verhältnismäßig wenig angesehen werden, so haben sie trotzdem Anspruch auf volle Beachtung. Wenn unser Jubilar heute mit der stattlichen Anzahl von 70 aktiven Sängern sich schon rein zahlenmäßig mit Vereinen größerer Gemeinden messen kann, so ist dies nicht zuletzt ein erfreuliches Zeichen dafür, dass der Verein in der Bevölkerung einen guten Rückhalt gefunden hat; aus kleinsten Anfängen ist er groß geworden. Es ist für den Chronisten nicht leicht, diese 50 Jahre Vereinsgeschehen wiederzugeben mit seinem Auf und Ab; denn der unselige Zweite Weltkrieg hat auch nicht halt gemacht vor den schriftlichen Aufzeichnungen des Jubilars. Die folgenden Ausführungen wollen allen Teilnehmenden am 50jährigen Stiftungsfest des Gesangvereins „Edelweiß“ Wintersdorf einen kurzen Einblick in das zurückliegende Vereinsgeschehen geben: Wohl konnten zur Zeit der Gründung des hiesigen Gesangvereins in der näheren und weiteren Umgebung Brudervereine schon vielfach auf eine langjährige Tätigkeit zurückblicken. Das ist aber kein Beweis dafür, dass man in unserer Heimat weniger sangesfroh als anderwärts gewesen wäre. Auch in der kleinen Riedgemeinde Wintersdorf hatte sich eine Gruppe sangesfreudiger Jungmänner und Männer um den damaligen Herrn Hauptlehrer Heitz geschart, um den edlen Männergesang zu pflegen. Immer wieder stellte sich diese Sängergruppe mit ihren Darbietungen bei verschiedensten Anlässen in den Dienst der Allgemeinheit und half tatkräftig mit, Freude zu erhöhen und Leid zu mildern. Immer wieder fand sich eine namhafte Anzahl von Freunden des deutschen Liedes im Gasthaus zum „Hirschen“ zusammen, in dem ernsten Bestreben, auch in Wintersdorf einen Verein zur Pflege des Männergesanges ins Leben zu rufen. Wenn sich auch der Gründung immer wieder Schwierigkeiten in den Weg stellten, konnte das begonnene Werk doch vollendet werden und im Jahre 1905 der Grundstein zur Vereinsgründunq gelegt werden. Mit einem Stamm von etwa 30 Sängern wurde der Verein gegründet und mit dem Namen „Gesangverein Edelweiß Wintersdorf“ aus der Taufe gehoben.

Als I. Vorstand des Vereins wurde der Metzgermeister Franz Stäbel gewählt, während die Leitung des Chores Herr Seifert übernahm. Wie sehr der junge Verein auf seinen Bestand und seine Weiterentwicklung bedacht war, dafür ist ein Beweis, dass schon ein Jahr später die Gründer ihr Werk mit der Weihe einer Vereinsfahne krönen konnten. Dank der Spendefreudigkeit der Mitglieder waren die erforderlichen Geldmittel zur Beschaffung einer Fahne aufgebracht worden. Wenn die Fahne nun nach 50 Jahren in den wohlverdienten Ruhestand tritt, wird sie ihren wohl erworbenen Ehrenplatz einnehmen. Die Fahne trägt auf der einen Seite die Inschrift:

GESANGVEREIN EDELWEISS WINTERSDORF

Die andere Seite kündet den Wahlspruch

IN FREUD UND LEID ZUM LIED BEREIT

Es war in einer festärmeren Zeit, als die heutige es ist, ein ganz großes Ereignis, als im Jahre 1906 der Tag der Fahnenweihe begangen wurde. Mit berechtigtem Stolz und voll innerer Freude konnten die Gründer des Vereines feststellen, dass ihr Werk den Beifall und die Unterstützung der gesamten Einwohnerschaft gefunden hatte. Mehrere Brudervereine hatten sich mit ihren Angehörigen zu diesem Festakt eingefunden und ihre Verbundenheit mit dem „Edelweiß“ bekundet. Nach den festlichen Tagen unterließ es der zielstrebige Verein nicht, den Chor auch in seinen Leistungen aufwärts zu führen. Getreu seinem Wahlspruch war es ihm eine Selbstverständlichkeit, sich immer in den Dienst der Allgemeinheit zu stellen. Darüber hinaus konnte es der Chor im Jahre 1909 unternehmen, in Muggensturm sich zum Sängerwettstreit zu stellen. Er konnte als ersten hoch zu bewertenden Erfolg einen I. Preis an seine Fahne heften. Eine weitere Plakette an der Fahne erinnert an die Teilnahme des Vereines am 50. Stiftungsfest des Gesangvereines „Treue“ Kuppenheim im Mai 1914. Auch von dort konnte der Chor mit Siegerehren nach Hause kehren. Als in den ersten Augusttagen des Jahres 1914 allüberall die Kriegstrommel gerührt wurde, ahnte wohl niemand, dass für mehr als 4 Jahre die Pflege des Männergesanges eine harte Unterbrechung erfahren sollte. Die Männer, die ihn gepflegt hatten, eilten zur Fahne, um den Feind von den Grenzen unseres Vaterlandes fern zuhalten. 17 Sangesbrüder erklang als letzter Gruß über dem Grabhügel das Lied vom „Guten Kameraden“. Kaum war das Rollen des Donners der Kanonen verstummt, als wieder der Friede in unserem Dörflein Einzug hielt, da ging man beherzt und mit frischem Mut wieder daran, die Liebe zum Lied erneut aus ihrem Schlummer wachzurufen. Nicht zuletzt geschah dies darum, um die zermürbten Herzen wieder aufzurichten und bitteres Leid vergessen zu machen. Bei einer Versammlung des Vereines wurde Herrn Josef Schaaf die Leitung des Vereines und Herrn Hauptlehrer Lindenfelser, Rastatt, die Stabsführung übertragen. Schon im Jahre 1921 war dem neu gebildeten. Chor anlässlich eines Gesangswettstreites beim Gesangverein „Badenia“ Bietigheim ein voller Erfolg beschieden. 1923 war der Verein in Seebach zu Gast. Für die Jahre 1924 bis 1926 übernahm Herr Hauptlehrer Mußler die Chorleitung. Im Mai 1924 zählen die Männer des „Edelweiß“ zu den Gästen des „Liederkranz“ Ötigheim. Aus Anlass seines 70jährigen Bestehens führte im Mai 1927 der „Männergesangverein 1857 Iffezheim“ ein Preissingen durch. Auch hier ließ unser Jubelverein durch seine hervorragenden Leistungen in unserem benachbarten Renndorf aufhorchen. Ein Jahr später trat der Chor unter Leitung des Herrn Kiefer anlässlich des goldenen Jubiläums des Gesangvereins „Freundschaft-Concordia“ Hörden auf das Podium und gefiel allgemein durch seine gut geschulten Darbietungen. Im gleichen Jahr trug der Verein auch wesentlich bei zur Verschönerung der Feier des 50jährigen Stiftungsfestes des Gesangvereines „Liederkranz-Freundschaft“ Steinmauern. Die letzten Jahre der Weimarer Republik waren gekennzeichnet durch eine allgemeine politische und wirtschaftliche Krise, die ihre Schatten auch über das Vereinsleben verbreitete. Es ist darum kein gegen den Verein sprechendes Argument, dass in diesen Jahren Vorstandschaft des Vereins und Dirigent des Chores einem unsteten Wechsel unterworfen waren. Ungeachtet aller Schwierigkeiten konnte man im Jahre 1930 das 25jährige Stiftungsfest begehen. Wohl musste die Vereinsleitung im Hinblick auf den wirtschaftlichen Notstand darauf verzichten, an Veranstaltungen, die größere finanzielle Kosten verursachten, teilzunehmen. Doch war auch der Gesangverein „Edelweiß“ im Jahre 1933 beim goldenen Jubiläum des MG V. „Apollonia“ Rastatt vertreten. Eine weitere Plakette an der Vereinsfahne erinnert an die Teilnahme der Edelweiß-Sänger von Wintersdorf am Bundesfest des Deutschen Sängerbundes Gau XV Baden im Oktober 1935 in Karlsruhe. 1938 stellte der Chor sein beachtliches Können beim Ehrensingen des Sängerbundes in der Jahnhalle in Gaggenau unter Beweis. Hand in Hand mit der Besserung der wirtschaftlichen Lage blühte auch das Vereinsleben wieder auf. Doch sollte dieses Aufwärtsstreben schon im Jahre 1939 jäh unterbrochen werden. Wieder einmal und schonungslos ertönten in unserem Vaterland die Kriegsfanfaren, so dass jedes Vereinsleben fast restlos erlahmte.

Anmerkung:

Für die Jahre 1921 bis 1940 weisen die Aufzeichnungen große Lücken auf. Wer in dieser Zeit Vorstand war ist nicht mehr zu ermitteln. Aus Erzählungen älterer Mitbürger war zu erfahren, dass in dieser Zeit Streitereien sowohl das Vereinsleben als auch das gesellschaftliche Leben in Wintersdorf beeinträchtigten. Vor allem der Streit zwischen dem damaligen Hauptlehrer und Organisten Graf und dem Ortspfarrer Gütle belastete das Zusammenleben. Unter der Leitung des Lehrers Graf spaltete sich eine Gruppe von Sängern ab und bildete mit Mitgliedern des Kirchenchors einen gemischten Chor, der seine Proben im Haus des damaligen Arztes Dr. Frey abhielt.

Interessant ist auch, dass der Verein im Jahr 1941 verboten wurde. Der Bundesgeschäftsführer des Deutschen Sängerbundes hat den Männergesangverein Edelweiß aus der Reichsmusikkammer gestrichen, weil ein eingeforderter Bericht nicht abgegeben wurde. Ob der fehlende Bericht auf die Kriegszeit zurückzuführen ist oder ob man dem Regime nicht willfährig sein wollte muss dahin gestellt bleiben.

Als vor nunmehr zehn Jahren die Waffen schwiegen, hatte der Verein den Heldentod von 20 Sängerkameraden zu beklagen. Hatte dieser 2. Weltkrieg dem Verein auch eine schwere Wunde geschlagen, so sollte sie doch nicht todbringend sein; die vorerst noch verhältnismäßig kleine Sängerschar ließ den Mut nicht sinken. Die Führung des Vereins übernahm Herr Valentin Hauns, den Chor leitete weiterhin Herr Hauptlehrer Hauger. Die Werbung für den Chor fand erfreulicherweise unter der Jugend ein günstiges Echo. So konnten doch nach und nach die Lücken geschlossen werden. Im Jahre 1949 konnte der Verein unter der Stabführung des Herrn Hauptlehrer Weber in Muggensturm seine erste Bewährungsprobe nach dem Kriege ablegen.

Im Jahre 1950 -wurde die Leitung des Chores einem jungen, tatkräftigen Dirigenten, Herrn Herbert Müller, übertragen. Unter .seiner Leitung konnte der Chor in Ottersdorf im Jahre 1950, 1953 in Steinmauern und Oberweier bei Ettlingen, 1954 in Waldprechtsweier, Würmersheim, Illingen und Sasbachwalden auch schärfster Kritik bestehen. Wenn nun zu Beginn des Monats Juni der Verein unter seinem l. Vorstand Eugen Kanzler und seinem strebsamen Dirigenten H. Müller sein 50. Stiftungsfest begehen kann, wünschen wir dem Verein den gewünschten Erfolg. Möge er den Weg in die zweite Jahrhunderthälfte mit neuer Kraft und frischem Mut antreten. Der jungen Generation aber möge das, so hoffen wir, glanzvolle Fest eine Mahnung sein, das von den Vätern ererbte und stets weiter entwickelte Liedgut stets zu hegen und zu pflegen zur eigenen Erbauung und zur Freude der ganzen Gemeinde. Möge dem Verein, der sich auf der neuen Fahne das Motto: „Dem Wahren, Guten und Schönen soll unser Lied ertönen“ erwählt hat, auch weiterhin viel Erfolg im Dienste am deutschen Lied beschieden sein.

Die Jahre 1955 bis 1968 waren ohne besondere Höhepunkte. Der Gesangverein Edelweiß hatte mit mehr oder weniger Erfolg Auftritte bei benachbarten Vereinen, führte Weihnachtskonzerte durch, gestaltete Gottesdienste und beteiligte sich am so genannten Volksfest, das gemeinsam mit Musik- und Turnverein veranstaltet wurde. Nicht zu vergessen sind auch die Theaterabende, die in der Weihnachtszeit im Gasthaus zur Blume durchgeführt wurden.

Mit dem Vorstandswechsel im Jahr 1969 begann eine durchgreifende Änderung im Vereinsleben. Peter Fritz wurde mit 27 Jahren der jüngste Vorstand in der Vereinsgeschichte. Zusammen mit dem im Jahr 1966 engagierten 25jährigen Chorleiter Martin Franz Josef Bauer ging man völlig neue Wege.

Für das Jahr 1970 fing mit dem Konzert „Musical Time“ alles an, nahm alles seinen Lauf. Dieses Konzert war ein Bruch in der Chorarbeit mit bisher traditionellen Chorkonzerten. Der Verein trat erstmals in gemischter Chorformation an. Der Chor sang ohne Noten und Textblatt, wurde begleitet von einem Instrumentalensemble und drei Solisten. Eine Lichtshow, der Auftritt einer Tanzgruppe und eine informative Moderation sprengten den bisher gewohnten Rahmen.

Bereits ein Jahr später brachte Martin Bauer mit dem Badischen Chor Wintersdorf ein Sakralwerk, die MISSA RHYTHMICAE, zur Uraufführung. Dieses Werk, eine Sammlung rhythmischer Lieder zum Gottesdienst für Chor, Gemeinde und Instrumentalensemble, hat Martin Bauer am 18. Januar 1976 in leicht geänderter Form unter dem Titel EIN NEUER GOTT IST DA erneut vorgestellt. 43mal wurde diese Messe nach Texten des holländischen Priesters Huub Osterhuis in der näheren und weiteren Umgebung ja sogar in Innsbruck und Salzburg aufgeführt.

Im Januar 1973 präsentierte der Badische Chor Wintersdorf mit OH FREEDOM ein Konzert mit Spiritual- und Gospelsongs. 17 Aufführungen u.a. in Salzburg, Freiburg und Mannheim mit dem unvergessenen Solisten John Jones aus Omaha/Nebraska rissen das Publikum zu Beifallsstürmen hin.

Im Jahr 1975 erlebten die nach Texten von Karl Vetter von Martin F.J. Bauer komponierten Lieder von Mensch und Tier unter dem Titel METI MEETING die Uraufführung in der Festhalle Wintersdorf. Bei diesem Konzert trat erstmals Jutta Westermann als Solistin in Erscheinung, die den Chor noch viele Jahre begleiten sollte. Dieses Konzert wurde 7mal aufgeführt.

Mit „FoWo“ (Abkürzung für Folksongs-Worldsongs), erstaufgeführt am 15. Januar 1977 knüpfte der Badische Chor Wintersdorf an die Erfolge der vergangenen Jahre an. Martin Bauer arrangierte für Chor, Leadsänger und Instrumentalensemble bekannte Volkslieder aus aller Welt.

Aufführungsdaten:

15.01.1977 Festhalle Wintersdorf

16.01.1977 Festhalle Wintersdorf

19.03.1977 Festhalle Wintersdorf

20.03.1977 Festhalle Wintersdorf

29.05.1977 Festhalle Aichhalden

Am 30. Dezember 1977 trat der Chor im Rahmen der Volksmusik-Hitparade des SWF in der Calmbacher Enztalhalle auf. In der Vorankündigung in der Zeitung „Der Enztäler – Wildbader Tagblatt“ hieß es: An den Badischen Chor Rastatt Wintersdorf dürfen wohl besondere Erwartungen geknüpft werden; denn ihm eilt der Ruf voraus, bei seinen Auftritten ähnlich erfolgreich wie Gotthilf Fischer mit seinen Fischer-Chören zu sein.

So kam der Verein zu seinem Namen. Bisher waren die Aktiven immer als Chor Wintersdorf aufgetreten. So haben wir einer schwäbischen Zeitung unseren heutigen Namen zu verdanken.

Bei der Hitparade wurde mit dem dreisprachig gesungenen „Muss i denn zum Städtele hinaus“ immerhin der 3. Platz erzielt.

Am 10.März 1979 unternahm der Badische Chor Wintersdorf den Versuch eines Konzerts mit offenem Singen. Unter dem Titel ALDING (Alte Lieder in neuem Gewand) stellte der Chor zunächst ein deutsches Volkslied im Original vor, das alle Gäste mitsingen konnten. Danach stellte der Chor die gleiche Melodie in rhythmisch und textlich neuem Gewand vor.

Unter dem Titel LIEDERLICHKEITEN, Liederliches in Wort und Ton, stellten die Sängerinnen und Sänger Lieder aus 5 Jahrhunderten mit teilweise anrüchigen Texten im November 1982 in der Festhalle Wintersdorf vor. Die Texte stießen nicht auf die uneingeschränkte Zustimmung der Aktiven, sodass das Verhältnis zwischen Chorleiter und Chor nicht mehr ungetrübt war.

Mit den beiden Abschiedskonzerten Ende März 1983 endet die 17jährige erfolgreiche Zusammenarbeit.

Mit Theo Wild konnte ein Chorleiter gefunden werden, der den eingeschlagenen Weg erfolgreich fortsetzte.

Gleich das erste Konzert „Ein Abend am Broadway“ im Dezember 1984 musste dreimal in der Aula des Tulla-Gymnasiums angesetzt werden. Weiter Konzertwiederholungen schlossen sich am 2. und 3. März 1985 an.

Das Programm wurde im gleichen Jahr auch in Aichhalden, Beinheim, Nußbach, Husum und Nordstrand erfolgreich aufgeführt.

Im Jahr 1986 galt es Abschied zu nehmen von unserer langjährigen Solistin Jutta Westermann, inzwischen verheiratete Hildenbrand. Unter dem Titel Adios, Jutta – Danke hatte Theo Wild ein Programm mit vielen Hits arrangiert. Mit fünf ausverkauften Konzerten in der Festhalle Wintersdorf verabschiedete sich Jutta vom Chor und von ihren Fans.

Ebenso erfolgreich war das nächste Konzert mit dem Titel „Yesterday“ Hits von gestern. Premiere war am 13.12.1986 in der Festhalle, der drei Konzertwiederholungen folgten.

Auf Einladung des Iffezheimer Tennisclubs servierte der Badische Chor das Programm im Mai 1987 in der Festhalle Iffezheim, im Oktober beim Sommerfest des MGV Harmonie Büchenau im August desselben Jahres und bereits im Oktober war man zu Gast in Miltenberg, wo beim Stadtjubiläum die Hits von gestern großen Anklang fanden. Auch im M.A.C. in Bischwiller waren die Zuschauer im ausverkauften Saal begeistert.

Weitere Aufführungen des Programms erfolgten im „Klig“ in Gaggenau, beim Badischen Turnfest in Rastatt, in der Stadthalle Gernsbach, dem Kurhaus in Todtmoos, im Bürgerzentrum Bruchsal und in Stutensee. Den letzen Auftritt mit diesem Konzertprogramm erfolgte am 22. April 1989 in Beinheim.

Für die für das Jahr 1988 geplante Romreise wurde zusammen mit dem Kirchenchor die „Missa in G“ von G.B. Casali einstudiert. Die Erstaufführung erfolgte am 18. Oktober 1987 in der Pfarrkirche St. Michael Wintersdorf. Im Januar 1988 durfte der Chor in Beinheim das Hochamt mit der Missa in G verschönern.

Im Rhythmus unserer Zeit“ hieß das nächste Konzertprogramm, das Dirigent Theo Wild zu Gedichten von Karl Vetter komponiert hatte. Mit vier Aufführungen in der Aula des Tulla-Gymnasiums im März 1989 setzte der Badische Chor seine erfolgreiche Konzertarbeit fort. Wiederholungen erfolgten im März 1990 in der Festhalle Wintersdorf.

Bereits im Dezember 1989 war die nächste Konzertpremiere. Mit dem Titel „Und Friede auf Erden“ kam auch erstmals der im Oktober 1989 gegründete Kinderchor zum Einsatz. Der Erlös der beiden Aufführungen wurde für die Kirchenrenovation zur Verfügung gestellt.

Weitere Aufführungen des Weihnachtskonzerts folgten im Januar 1990 in Wintersdorf und im Dezember 1990in Bischwiller.

Im Juni 1990 war der Badische Chor Wintersdorf zu Gast in Wintersdorf bei Trier, wo sich der Chor beim Jubiläum des dortigen Mandolinenorchesters präsentierte.

Nach einigen Auftritten mit verschiedenen Programmen in Durmersheim (bei der1000-Jahr-Feier des Ortes), Stadelhofen und Aichhalden kündigte sich der Abschied von Chorleiter Theo Wild an.

Mit vier Konzerten in der Aula des Tulla-Gymnasiums verabschiedete sich Theo Wild im März des Jahres 1992.

Der Andrang zu diesen Konzerten war so groß, dass sich der damalige 1. Vorsitzende Peter Fritz eine schriftliche Verwarnung des Bauordnungsamts Rastatt einholte, weil jeweils 660 Besucher in der nur für 360 Besucher zulässigen Festhalle Wintersdorf eingelassen wurden.

Zum Nachfolger von Theo Wild konnte ein professioneller Musiker gewonnen werden: Michael Anarp aus Nässjö in Schweden.

Mit „Musical Express“ startete der Badische Chor Wintersdorf unter dem neuen Dirigenten in eine Reihe von erfolgreichen Konzerten.

Nachdem die älteren Kinder des Kinderchors dem Kindesalter entwachsen waren und sich der Übergang vom Kinderchor zum Erwachsenenchor schwierig gestaltete, entschloss sich die Vorstandschaft, einen Jugendchor zu gründen.

Zur ersten Chorprobe im Februar 1994 fanden sich 26 Jugendliche aus Wintersdorf und der näheren Umgebung ein. Aus diesem Stamm entwickelte sich ein leistungsfähiges Ensemble, ohne das der Badische Chor Wintersdorf nicht mehr denkbar wäre. Die Jugendlichen brachten frischen Schwung und neue Ideen ein. Seinen ersten großen Auftritt hatte der Jugendchor im Rahmen des Konzertprogramms »Spiel´s noch einmal« in der Badner Halle Rastatt. Der Gesang wurde durch tänzerische Darbietungen ergänzt und die Dekoration, die Kostüme und die Masken wurden weitgehend durch die Jugendlichen erarbeitet. Neben den Konzertauftritten wurde weiteres Liedrepertoire einstudiert. Sehr beliebt sind Auftritte im Rahmen von Gottesdiensten, bei denen moderne Gospels dargeboten werden. So hat sich der Jugendchor zu einem eigenen Leistungsträger entwickelt, der auch eigene Solisten, Musiker und Dirigenten hervorge­bracht hat.

Da für den auf fast 180 Aktive angewachsenen Chor und die 14 Orchestermitglieder die bisherigen Auftrittsbühnen zu klein geworden waren, fand dieses Konzert erstmals in der Badner Halle Rastatt statt. Die beiden Vorstellungen im Januar 1996 waren bald ausverkauft, so dass kurzfristig ein weiterer Termin im Februar 1996 angeboten wurde. Auch für diesen Termin war die Nachfrage so groß, dass rund 200 Interessenten keine Karten mehr bekommen konnten. nachdem auch zwei weitere Aufführungen in den Jahren 1997 und 1998 ausverkauft waren, haben insgesamt rund 4.000 Besucher dieses Konzertprogramm in der Badner Halle erlebt.

Zusammen mit der Trachtenkapelle Lichtenau-Ulm folgte im Dezember 1996 „Fröhliche Weihnacht überall“ ein Weihnachtskonzert der besonderen Art. Internationale Weihnachtslieder wurden im Münster in Schwarzach und in der Pfarrkirche in Wintersdorf vorgestellt.

Die größte Herausforderung in der Geschichte des Badischen Chor Wintersdorf im Gesangverein Edelweiß e.V. bildete die Produktion eines eigenen Musicals. Unter dem Titel „Winidharesdorph“ wurde aus Anlass der 1200-Jahr-Feier von Wintersdorf ein Werk aufgeführt, das alle bisherigen Produktionen des Vereins bei weitem übertraf.

Die Texte, nach einer Idee von Martin Wetzel, schrieb Brigitte Wagner, die Musik für Chor und Orchester stammten von Michael Anarp.

Eine immense Probenarbeit, die fast zweieinhalb Jahre in Anspruch nahm, unzählige Arbeitsstunden für Kostüme und Dekoration und einige schlaflose Nächte für den Vorstand hatten sich gelohnt.

In den fünf Vorstellungen begeisterten sich rund 6000 Besucher an der von Edzard Schoppmann in Szene gesetzten Geschichte von Wintersdorf.

Neuzeitliche Gospels standen als nächstes auf dem Programm. Mit „In the Name of the Lord“ wagten sich die Sängerinnen und Sänger zusammen mit der professionellen Band „Gimme 5“ an rhythmisch äußerst anspruchsvolle Musik. Aufführungsorte waren im Dezember 2001 St. Michael Wintersdorf, St. Peter und Paul Bühl und Herz Jesu Rastatt.

Im März 2003 folgte mit „Rock & Emotion“ ein Konzert mit Rockklassikern. Die zwei Aufführungen fanden im Mercedes-Benz Kundencenter in Rastatt statt.

Das Jubiläumsjahr 2005 leitete der Badische Chor Wintersdorf mit der Aufführung der Missa in C, so genannte „Krönungsmesse“ in der Pfarrkirche St. Michael Wintersdorf ein.

Außer den Hauptkonzerten gab es noch einige bemerkenswerte Auftritte:

Im März 1995 führte der Kinderchor das Musical „Tabaluga“ in der Festhalle Wintersdorf auf.

Eine Benefiz-Veranstaltung zugunsten der Aktion „Sternenkinder“ von DaimlerChrysler erfreute die zahlreichen Besucher in der Festhalle Wintersdorf.

Ein gemeinsames Konzert mit dem japanischen Frauenchor Shiojiri im Juli 2000 in der BadnerHalle Rastatt war ein Beitrag des Vereins zur Völkerverständigung.

Der Jugendchor unternahm im Jahr 1996 eine Reise nach Schweden und konnte bei gemeinsamen Auftritten mit einem einheimischen Chor ebenfalls zur Völkerverständigung beitragen.

Unvergessen bleibt für eine Gruppe von 25 Sängerinnen und Sängern die Zusammenarbeit mit der spanischen Performance-Gruppe LA FURA DELS BAUS im Mai 1997.

Für die Einführung des in Rastatt produzierten A-Klasse-Mercedes startete DaimlerChryser die „A-Motion. Die Europa-Tour der A-Klasse“ . Hierzu hatte LA FURA eine Inszenierung mit dem Titel „Simbiosis“ entwickelt.

Vorgesehen war, dass an jedem Aufführungsort bei der Tour durch Deutschland und Europa örtliche Künstler (unentgeltlich) mitwirken durften. Die Wintersdorfer Chorgruppe wirkte zunächst bei der Generalprobe in Rastatt mit. Dabei konnte sie einige Ideen einbringen, die dem künstlerischen Leiter so gut gefielen, dass er sie in das Programm aufnahm.

Da bei der Premiere in Frankfurt kein geeigneter Chor gefunden wurde, durften die Wintersdorfer auch bei dieser mitwirken. Das gleiche passierte in Mannheim. Allerdings mussten die Sängerinnen und Sänger zunächst in ein Tonstudio, wo der Gesang aufgezeichnet wurde. Zwar hatten die Tournee-Manager angedeutet, dass weitere Auftritte (u.a. in Prag und Paris) vorgesehen waren, aber nach dieser Aufzeichnung war allen klar, dass die Wintersdorfer nicht mehr mit von der Partie sein würden.

Als „Simbiosis“ in Stuttgart aufgeführt wurde, beschlossen Dirigent Michael Anarp und einige Aktive die Vorstellung zu besuchen. Als Chor wurde ein Chor des Oberschwäbischen Sängerbundes angekündigt. Kaum waren die ersten Töne zu hören, konnte man feststellen, dass es sich um die Wiedergabe der Aufnahme von Mannheim handelte. Eine Nachfrage beim Management ergab, dass die Aufnahme immer dann eingespielt wurde, wenn der örtliche Chor den schwierigen Chorpart nicht beherrschte. Wie schwierig die Komposition zu singen war zeigt die Tatsache, dass es auf der gesamten Tournee nur zwei weitere Chöre gab, die life gesungen haben.

Krönender Abschluss für die Teilnehmer war dann der Auftritt in Zürich, bei dem die Mitwirkenden von den Künstlern aus Spanien wie alte Freunde begrüßt wurden.